Hotels lassen Google-Bewertungen entfernen
Viele Restaurants und Hotels lassen Google-Bewertungen entfernen
Zwischen elf und 30 Prozent der Betriebe betroffen
Eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur bei mehr als 3.700 Gastronomie- und Hotelbetrieben in mehreren deutschen Städten zeigt, dass zwischen elf und 30 Prozent der Betriebe Bewertungen löschen ließen. Besonders häufig kommt dies in Großstädten wie Frankfurt am Main, Berlin und Köln vor. Dort erscheint bei zahlreichen Einträgen der Hinweis, dass Bewertungen nach Beschwerden wegen diffamierender Inhalte entfernt wurden.
Dehoga: Sachliche Kritik sollte bestehen bleiben
Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Dehoga-Bundesverbands, Jürgen Benad, sind Online-Bewertungen inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der Außendarstellung von Hotels und Restaurants. Sachliche und berechtigte Kritik sollte seiner Ansicht nach grundsätzlich bestehen bleiben – selbst wenn sie für den jeweiligen Betrieb unangenehm ist. Anders sehe es jedoch bei beleidigenden, gefälschten oder nachweislich falschen Bewertungen aus. In solchen Fällen sei es nachvollziehbar, eine Überprüfung und gegebenenfalls die Entfernung der Inhalte zu beantragen. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit von Bewertungsplattformen sei eine klare Trennung zwischen legitimer Kritik und missbräuchlichen Beiträgen.
Betriebe melden vor allem Fake-Bewertungen und Beleidigungen
Viele der befragten Unternehmen erklärten, sie meldeten ausschließlich Bewertungen, die aus ihrer Sicht erfunden, beleidigend oder offensichtlich gefälscht seien. Einige Gastronomen berichteten zudem von Fällen, in denen Gäste mit negativen Bewertungen Druck auf Betriebe ausüben wollten.
Deutschland bei gelöschten Google-Bewertungen auffällig
Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland bei der Entfernung von Google-Maps-Bewertungen eine Sonderrolle ein. Nach Daten der EU-Transparenzdatenbank zum Digital Services Act wurden im ersten Halbjahr 2026 europaweit mehr als 756.500 Beiträge auf Google Maps wegen illegaler Inhalte gelöscht. Davon entfielen nahezu 99,9 Prozent auf Deutschland.
Quelle: sueddeutsche.de
Bildquelle: Pixabay | Firmbee
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